Bujinkan Budo Taijutsu

Bujinkan Budô Taijutsu,

ist der Name und Sammelbegriff, mit dem heute ein System von 9 japanischen Kampfkunsttraditionen bezeichnet wird, die von Dr. Masaaki Hatsumi(良昭初見) vertreten werden. Dr. Masaaki Hatsumi ist der Sōke (Bewahrer und Erbe) dieser Traditionen (auch Stil oder Schule; jap. Ryu 嗣高松) die er von seinem Lehrer Toshitsugu Takamatsu(寿 嗣高松) übertragen bekam.

Das Bujinkan ist bekannt für die Kampfkunsttraditionen des Koshijutsu, Koppojutsu, Jutaijutsu, Dakentaijutsu und Happo Bikenjutsu. Weiterhin beinhaltet es Elemente und Lehren des Ninpō und Ninjutsu. Allgemein wird die Kampfkunst zusammenfassend als Taijutsu (Körperkunst) bezeichnet und beinhaltet sowohl bewaffnete als auch unbewaffnete Kampfmethoden.

Die meisten Grundlagen werden dabei aus sechs Stilen abgeleitet. Diese sind Kotō Ryū, Gyokko Ryū, Shinden Fudō Ryū, Takagi Yōshin Ryū, Kukishinden Ryū & Togakure Ryū.
Die Organisationsform ist zentralisiert und kennt daher keine nationalen/regionalen Verbände mit eigenen Rechten.

Nachfolgend ist eine Auflistung aller Schulen des Bujinkan Budo Taijutsu:

Ninja Ryu

Togakure Ryu
(„Die Schule der verborgenen Tür“)
Kumogakure Ryu
(„Die Schule der verborgenen Wolke“)
Gyokushin Ryu
(„Schule des mit Juwelen geschmückten Tigers“)

Samurai Ryu

Gyokko Ryu Kosshijutsu
(„Die Schule des mit Juwelen geschmückten Herzens“)
Koto Ryu Koppojutsu
(„Die Schule des den Tiger niederschlagen“)
Shinden Fudo Ryu Dakentaijutsu
(„Die Schule des Unbewegten Herzens“)
Kukishinden Ryu Happo Bikenjutsu
(„Die Schule der neun Dämonengötter“)
Takagi Yoshin Ryu Jutaijutsu
(„Die Schule des Hoher Baum-Weide-Geist“)
Gikan Ryu Koppojutsu
(„Schule des Lernens von Gerechtigkeit“)

Es wird der Gebrauch einer Vielzahl von Waffen gelehrt.
Dazu zählen Klingenwaffen aller Art wie Tantō (Dolch), Wakizashi (Kurzschwert), Katana (Langschwert), Nodachi (überlanges Kriegsschwert) & Tachi (Reiterschwert). Im Training werden für Fortgeschrittene Metallausführungen ebenso verwendet, wie die üblichen Trainingsversionen Bokutō/Bokken (Holzschwert) und Shinai (Bambusschwert).

Eine weitere Kategorie bilden die Stangenwaffen mit Klinge wie Yari (Speer), Naginata (Speer mit gebogener Klinge, auch Schwert-Lanze genannt), Bisento (schwere Form der Naginata), Kagiyari (Speer mit zwei Haken) oder als klingenlose Stabwaffen in verschiedenen Längen wie Hanbō (halber Stab), Jō (2/3-Längen, Bō (langer Stab).

Ebenfalls werden Flexible Waffen unterrichtet. Diese sind u.a. Nawa (Seil), Kusari-Fundo (Kette mit Endgewichten), Kusarigama (Sichel mit Kette), Kyoketsu Shoge (Metallklinge mit Haken und einem langen Seil/Kette mit einem Eisenring am Ende).

Weiterhin werden auch Wurfwaffen unterrichtet wie Shuriken (Pfeil- und plattenförmig), versteckten Waffen (jap. Kakushi Buki) wie Tessen (metallverstärkte Fächer) und speziellen Waffen wie Jutte (Metallstab mit Fanghaken), Kunai (Grabwerkzeug) oder sogar Shuko (Kletterhilfen) zusammen.

Im Training des Bujinkan Budō werden zwar spezielle Jahresthemen als Lehrschwerpunkte festgelegt, jedoch werden alle oben genannten Bereiche im Gesamten unterrichtet.

Ninjutsu,

ist eine Kriegs- und Kampfkunst, die sich vor hunderten Jahren aus verschiedenen asiatischen Einflüssen und aus der Notwendigkeit heraus entwickelte im feudalistischen Japan gefährliche Situationen zu überleben. Oft werden die Praktizierenden des Bujinkan Budō mit den Ninja des feudalen Japan in Zusammenhang gebracht und infolgedessen Bujinkan Budō mit Ninjutsu uneingeschränkt gleichgesetzt. Dieser Aspekt wird leider oft aus kommerziellen Gründen gefördert aber tatsächlich sind nur drei der neun Schulen im Bujinkan als „Ninjutsu Ryū“ definiert.

Selber nannten sich die Ninja nicht so sondern z.B. Kusa(草 Gras), Oniwaban(お庭番 Gärtner), Suppa(素っ 破 Dieb), Rappa(乱破 Kriegsunterbrecher) oder auch einfach Iga no mono(伊賀 の者 Person aus der Region Iga). Also Bezeichnungen ihrer üblichen Kampftaktiken oder auch den Einsatzbereichen dieser Personengruppen. Die Tätigkeiten der Ninjutsu praktizierenden umfassten hauptsächlich Informationsbeschaffung sowie unkonventionelle Kriegsführung zur Erlangung einzelner Kriegsziele.

Obgleich Ninjutsu zu den klassischen Kriegskünsten Japans gehört und in etlichen Ryū (Schule/Stil) gelehrt wurde, ist es keine klar definierte Budō Kunst. Vielmehr kann man es als eine Ergänzung zu den anderen Budō Künsten sehen. An dieser Stelle soll deshalb Ninjutsu definiert werden als „alle Tätigkeiten, die im feudalistischen Japan der Personengruppe zugeordnet waren, die heute als Ninja(忍者) bezeichnet werden.“

Weiterhin war die Ausbildung in den Kampfkünsten eine sehr aufwendige, zeit- und kostenintensive Aufgabe, die zwangsläufig direkt mit der einzigen Bevölkerungsschicht in Verbindung gebracht werden muss, die sich aus dieser Aufgabe herausgebildet hat – den Samurai. Also ist anzunehmen das die Ninjutsu-Praktizierenden zuerst die „üblichen“ Kriegskünste erlernten und auf diese bauten sie die Künste des Ninjutsu auf.

Trainingszeiten: Montag: 19uhr – 20:15uhr & Mittwoch: 19uhr – 20uhr